UNBERÜHRT – Ein Kurzfilm von David Birner

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3. Februar 2017, Filmcasino Wien

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Eine doppelte Prämiere für mich als Filmkritiker. Einerseits wurde ich zum ersten Mal zu einer Pressevorführung eingeladen und andererseits war es meine Prämiere eines Kurzfilmes. David Birner stellte seinen neuen Kurzfilm Unberührt vor, der beim K3 Festival 2016 in Kärnten seine Premiere feierte. Außer einigen Animations-Kurzfilmen von den großen Studios Disney und Pixar kam ich bis jetzt nie in den Genuss, geschweige denn von einem österreichischen Regisseur. Da ich mich seit diesem Jahr mehr auf den österreichischen Film konzentrieren möchte und auch werde, kam diese Gelegenheit zur richtigen Zeit und ich freute mich über diese Einladung. Dieser Eintrag gestaltet sich daher etwas anders, da zu einem Kurzfilm nicht so eine umfassende Kritik geschrieben werden kann wie zu einem Zwei-Stunden-Film. Dennoch möchte ich euch ein paar Sätze zu diesem Film mitteilen und ein paar Eindrücke zu der Pressevorführung.

 

INHALT

Auf einem Bauernhof in den Bergen leidet ein Geschwisterpaar Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Tod ihrer Mutter. Sie leben seitdem mit dem Vater unter einem Dach. Dieser misshandelt sie nicht nur seelisch, sondern auch körperlich. Doch dann wendet sich das Blatt und das Geschwisterpaar hat die Chance, diese Qualen ein für alle Mal zu beenden.

 

DER CAST

Vermutlich sind vielen Lesern und Filminteressierten die folgenden Namen unbekannt, aber ich möchte alle Darsteller und Darstellerinnen besonders hervorherben. Vor allem da sie unentgeltlich ihre Rollen gespielt haben – der gesamte Film war ein No-Budget-Projekt.

Lorenz Poier verkörpert den jungen Karl, der besonders stark unter dem Tod seiner Mutter leidet. Er spricht kein einziges Wort, dennoch sagt er viel in Form seiner Gestik und Mimik und zu jeder Zeit ist seine Angst gegenüber seinem Vater zu spüren. Das bringt der junge Lorenz auch sehr glaubhaft rüber.

Veronika Petrovic spielt die Tochter und sie übernimmt nach dem Tod der Mutter die häuslichen Aufgaben wie kochen. Sie hat im letzten Drittel des Filmes eine ganz besondere Szene die sehr heftig ist. Macht ihre Sache auch mehr als solide.

Christoph Kail spielt den Vater des Geschwisterpaares und seine Figur fällt klar strukturiert aus. Ein Macho der streng und tonangebend ist. Er hat ganz klar das Sagen in diesem Haus. Besonders auf den Jungen hat er es abgesehen, warum erfahren die Schauer im letzten Drittel. Er hat die wenigste Screentime aber die meisten Dialoge – fast schon Monologe. Tolle Leistung auch von Christoph.

Verena Teresa Uyka als die Mutter, sehr wenig zu sehen und nur in einige Visionen die die Kinder haben. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

 

FAZIT

Bei einem Kurzfilm wie diesem ist es natürlich schwer, etwas wie eine Handlung zu kritisieren. Der Film dauert 16 Minuten und da können sich Figuren und die Geschichte kaum entwickeln. Aber das müssen sie meiner Meinung auch nicht, viel mehr teasern sie das Talent des österreichischen Filmemachers an und wenn David Birner und die Drehbuchautoren die Chance auf einen Spielfilm bekommen, bin ich überzeugt, dass sie mehr aus der Handlung rausholen können. Den Film würde ich dem Mystery/Drama Genre zuschreiben, garniert mit einem Hauch Horror.

Ich kann nur positives über diesen Film berichten, vor allem die technische Umsetzung. Unberührt ist sehr atmosphärisch, speziell wegen der verschneiten Bergwelt. Die Lichteffekte und die Szenenbilder haben mir auch gut gefallen – die Welt des 19. Jahrhunderts wurde gut umgesetzt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass alle Beteiligten unentgeltlich gearbeitet haben und der Film im Grunde nur durch Sponsoren realisiert wurde. Auf der anderen Seite kann auch etwas Großes entstehen, wenn ein Filmemacher viel Leidenschaft in ein Projekt steckt. David Birner ist zu Mehr bestimmt und es wird Zeit, dass er seinen ersten Spielfilm dreht.

 

DIE PRESSEVORFÜHRUNG

©Thomas Bauer

Eine Pressevorführung zu erleben war eine sehr interessante Erfahrung. Zuerst sprach der Regisseur ein paar Worte, dann wurde der Film gezeigt und dann kam die Dankesrede. Bei dieser war gut zu erkennen, mit wie viel Aufwand eigentlich so ein Kurzfilm verbunden ist. So viele Leute waren bei diesem Projekt involviert. Angefangen bei Verantwortlichen für Kostüme und Make-Up, eine eigene Person die für die Bluteffekte zuständig war, Catering, Chauffeure, die die Crew und Material hin und her fahren und so weiter. Dazu die gesamten Sponsoren wie das Land Kärnten, wo gedreht wurde, diverse Städte und das Film Studio Rafal Studios. Großes Lob an alle die an diesem tollen Film mitgearbeitet haben.

Wo kann das breite Filmpublikum den Film noch sehen? Vermutlich nicht vor 2018, da es noch einige Filmfestivals geben wird wo der Film gezeigt wird. Aber schreibt ihn euch auf eine Merkliste, denn so ein tolles No-Budget-Projekt aus Österreich gehört unterstützt.

 

 

 

 

 

 

 

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Willkommen bei meiner Snipville-Kolumne rund um das Thema Kino und Heimkino. Ich schreibe Kritiken zu aktuellen Kinofilmen, zu Filmen aus dem Superhelden-Universum von DC und Marvel und die eine oder andere Empfehlung aus dem Heimkinobereich. Ich freue mich über jede positive Rückmeldung, Teilung meiner Beiträge und ihr dürft mir gern auf meinen sozialen Netzwerken Kontakt mit mir aufnehmen. Viel Spaß beim Lesen.

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