Stephen King’s ES 2017

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Horror-Clown Pennywise ist zurück. Nach dem Roman von Stephen King und der Verfilmung aus den 1990er-Jahren, durfte Regisseur Andres Muschietti ein Remake inszenieren. Statt dem legendären Tim Curry schlüpfte Bill Skarsgard in das Clownkostüm. Ob die Neuauflage dir das Blut in den Adern gefrieren lässt oder doch nur Standard-Horror bietet, erfährt ihr in dieser Kritik zu ES.

 

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Originaltitel: IT

Regie: Andres Muschietti

Basierend auf den Roman von Stephen King

Produktion: u.a. Seth Grahame-Smith, David Katzenberg, Roy Lee und Doug Davison

Kamera: Chung-Hoon Chung

Musik: Benjamin Wallfisch

 

HANDLUNG

Erzählt wird die Geschichte der Stadt Derry im US-Bundesstaat Maine. Eine Stadt, in der mehr Menschen verschwinden als in allen anderen Städten der USA. Im Sommer 1989 sind es sogar Kinder, auch der Bruder des stotternden Außenseiters Bill Denbrough (Jaeden Lieberher) ist betroffen. Nach einem Jahr hat er immer noch die Hoffnung, dass sein Bruder lebt. Doch eines Tages findet er heraus, dass ein Wesen in Form eines Clowns namens Pennywise (Bill Skarsgard) sich von den Ängsten der Kinder ernährt. Gemeinsam mit anderen Außenseitern wie Beverly (Sophia Lillis) und Richie (Finn Wolfhard) machen sie Jagd auf den furchteinflößenden Clown. Dabei wachsen die Kids zu einer wahren Gemeinschaft zusammen.

DREHBUCH UND STORY

Der noch nicht so bekannte Regisseur Andres Muschietti durfte sich an dem Remake versuchen und bekam den Auftrag, die Vorlage von Stephen King neu zu interpretieren. Er schaffte eine perfekte Mischung aus gruseligem Horror und einer „Coming of Age Geschichte“. Kleinere Probleme verhindern ein Meisterwerk.

Zu Beginn sei gesagt, dass ich persönlich die Vorlage und den Film aus den 1990er-Jahren nicht kenne. Ich bin ohne Kenntnisse in die Vorstellung gegangen und darauf beruht diese Kritik.

Gleich zu Beginn erleben wir einen Prolog, der die Richtung und die Atmosphäre von ES vorgibt. Clown Pennywise kommt schon sehr früh das erste Mal vor und es entsteht ein Gefühl, dass wir uns auf dauerhaftes Gruseln einstellen können. Doch weit gefehlt, denn es rückt neben dem Clown auch eine Gruppe von Kids in den Vordergrund.

Diese Kids sind Außenseiter auf der Schule, werden schikaniert und schließen sich nach und nach zu einer wahren Gemeinschaft zusammen. Dadurch entsteht eine richtige Gruppendynamik und die Chemie zwischen den Darstellern ist mehr als nur erkennbar. Durch diese Thematik des „Looser-Daseins“ und der High-School bekommen wir zum klassischen Horror-Szenario zusätzlich noch eine „Coming-Of-Age“-Geschichte präsentiert. Das finde ich persönlich sehr gut, weil sich die Handlung immer wieder Zeit für die Charaktere und deren Lebensumstände nimmt. Diese ruhigen Momente dienen dem Kinopublikum zum Erholen von den Jumpscares.

Ebenfalls vorhanden ist der Humor, der immer wieder den Kinosaal zum Lachen bringt und die Handlung auflockert. Das funktioniert an einigen Stellen hervorragend, jedoch ist dieser für meinen Geschmack etwas zu viel und geht ein wenig auf die Kosten der Horror-Elemente. Diese sind dagegen sehr ordentlich vertreten und auch mit Jumpscares wird gearbeitet. An einigen Stellen schaut man daher sehr gespannt und etwas ängstlich auf die Leinwand.

In Summe kann gesagt werden, dass die Mischung aus purem Horror und der Geschichte aus Sicht der Kinder großartig funktioniert.

DER CAST

  • Bill Skarsgard (Atomic Blonde) als ES alias Pennywise

Hervorragende Leistung von Bill Skarsgard. Seine Art sich zu bewegen, wie er spricht, seine Mimik, sein Lachen und das Kostüm – er sorgt für wahrhaftig gruselige Momente. Sobald er auftaucht, bekommst du so richtig Angst und das Verfolgen mancher Szenen wird zu einer wahren Tortur. Skarsgard war eine perfekte Wahl.

  • Jaeden Lieberher (Midnight Special) als Bill Denbrough

Der junge Schauspieler hat auf Grund der Haupthandlung am meisten Screentime von der Gruppe der Kids, weil Pennywise es auf seinen Bruder abgesehen hat. Er stottert und ist einer von mehreren Außenseitern an der Schule. Er macht das großartig, seine Figur wirkt glaubwürdig gezeichnet und er treibt auch ein wenig die Handlung voran. Hat mir sehr gut gefallen, diesen Namen sollten sich Filmfans merken.

  • Weitere Charkatere

Neben dem Clown Pennywise steht die Gruppe der Kids im Mittelpunkt. Die großartigen Jungdarsteller sorgen für tolle Dynamik, Chemie und Dialoge. Sei es Finn Wolfhard (Stranger Things) als Richie Tozier, der sehr viele humorvolle Momente hat oder die Newcomerin Sophia Lillis als Beverly Marsh. Alle zeigen tolle Leistungen und von den Kids kann man sich in Zukunft sehr viel erwarten.

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Hier zeigt der Film einer seiner Stärken, die Atmosphäre. Die großartigen Settings und hochwertig gefilmten Szenen sorgen für ein tolles Kinoerlebnis. Zudem wird der Gruselfaktor durch die angsteinflößenden Effekte verstärkt, was speziell in einem Imax-Saal noch stärker zur Geltung kommt.

Die Kameraarbeit ist ebenfalls sehr hochwertig. Bei den Horror-Momenten gibt es sowohl schnelle Schnitte, etwa wenn Pennywise auf die Kinder zuläuft, als auch langsame Kamerafahrten. Diese sorgen für extreme Spannung, weil du als Kinobesucher zwar einen gruseligen Moment erwartest, aber nicht genau weist wann dieser passiert. Das Szenenbild ist die Kleinstadt Derry, die Schule, die Häuser der Kids und es wird viel Fahrrad gefahren. Fluss- und Waldlandschaften, die Kanalisation und alte, verlassene Häuser runden ein vielseitiges Programm an.

Die Musik stammt von Benjamin Wallfisch (A Cure For Wellness) und ist der gewohnt orchestrale Soundtrack mit angsteinflößenden Streichern. Regelmäßig wird die Lautstärke in die Höhe getrieben, um Aufmerksamkeit beim Publikum zu erzeugen. Zwischendurch sind auch ruhige und melodische Klaviertöne zu hören.

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ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Horror/Coming of Age
8
Overall
8
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Willkommen bei meiner Snipville-Kolumne rund um das Thema Kino und Heimkino. Ich schreibe Kritiken zu aktuellen Kinofilmen, zu Filmen aus dem Superhelden-Universum von DC und Marvel und die eine oder andere Empfehlung aus dem Heimkinobereich. Ich freue mich über jede positive Rückmeldung, Teilung meiner Beiträge und ihr dürft mir gern auf meinen sozialen Netzwerken Kontakt mit mir aufnehmen. Viel Spaß beim Lesen.

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