ROGUE ONE: A Star Wars Story [SPOILERFREI]

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Der erste sogenannte Antholgy-Film aus dem Star Wars-Universum. Ein Spin-Off der zeitlich zwischen Episode III und Episode IV angesiedelt ist. In dieser Kritik geht es um Rogue One: A Star Wars Story.

Originaltitel: Rogue One: A Star Wars Story
Regie: Gareth Edwards
Drehbuch: Chris Weitz, Tony Gilroy, John Knoll und Gary Whitta
Produktion: Kathleen Kennedy, Allison Shearmur und Simon Emanuel
Kamera: Greig Fraser
Musik: Michael Giacchino und John Williams (Titelmusik)

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HANDLUNG
Rogue One erzählt die Geschichte von Jyn Erso (Felicity Jones), die seit jungen Jahren weiß was Verlust und Schmerz bedeutet. Die früh auf eigenen Beinen stehen muss, eine Draufgängerin wurde und im Leben wenige positive Taten getätigt hat. Sie wird von den Rebellen gefangen genommen und für einen ganz besonderen Auftrag rekrutiert. Jyn soll die Pläne einer neuen, bedrohlichen Waffe besorgen, die das Imperium gerade gebaut hat und droht einzusetzen. Gemeinsam mit Captain Cassian Andor (Diego Luna) und dem umprogrammierten imperialen Droiden K-2SO (Alan Tudyk) stellen sie ein Team zusammen, die diesen fast unmöglichen Auftrag ausführen soll. Die Zeit drängt, denn der imperiale Offizier Krennic (Ben Mendelsohn) will so schnell wie möglich die neue Superwaffe einsetzen.

DREHBUCH UND STORY
Gareth Edwards (Godzilla) hat eine perfekte Brücke zwischen Episode III und IV geschlagen und die wichtige Frage beantwortet, wie die Rebellen die Pläne des ersten Todessterns in ihre Finger bekommen.

Wer aber denkt, dass die Geschichte kaum emotionalen Spielraum hinterlässt, der liegt falsch. Die Figur Jyn Erso bekommt nämlich einen interessanten Hintergrund spendiert, so dass die Zuschauer eine Verbindung zu ihr aufbauen können. Des Weiteren hat diese Figur einen Grund, bei der Rebellion mitzumachen – in welcher Form wird nicht verraten.

Es sind viele Figuren, die zu sehen sind. Nicht alle bekommen eine Backgroundstory spendiert, was aber nicht negativ auffällt. Jede bekommt ihre ansprechende Screentime, alle Figuren sind abwechslungsreich gestaltet und das erhöht den Zufriedenheitsfaktor. Einzig allein in der Mitte des Filmes hat Rogue One ein paar Längen und leicht langatmige Züge, hier wären etwa 15 Minuten weniger besser gewesen. Alles in allem ist das aber Jammern auf hohem Niveau, denn die spektakuläre finale Szene ist mehr als nur eine Entschädigung. Und trotz der Tatsache, das klar ist wohin der Film hinwill, unterhält er auf allerhöchster Ebene.

Rogue One geht mit diesem düsteren Film im Star Wars-Universum definitiv neue Wege. Das fällt schon am Anfang auf, wo der Lauftext fehlt. Und am Ende, denn die Handlung ist definitiv abgeschlossen. Eine hervorragende Wahl, denn so hebt sich diese Verfilmung stark von allen anderen ab und das kann doch nur positiv sein.

DER CAST
Eine Armada an bekannten Schauspielern und Schauspielerinnen, die alle einen großartigen Job machen.

  • Felicity Jones (Inferno) als Jyn Erso

Felicity Jones macht ihre Sache ausgezeichnet. Es macht Spaß, wie sie die rebellische und draufgängerische Figur verkörpert. Sie ist auch gut in Form und das ist in einem Star Wars-Film nicht unwichtig. Der Charakter bekommt auch etwas Tiefgang mit, so dass ihre Taten nachvollziehbar sind. Tolle Leistung von Felicity.

  • Diego Luna (Elysium) als Captain Cassian Andor

Andor ist ein Rebell durch und durch, der bereit ist mit Jyn Erso den Auftrag auszuführen. Dennoch hat die Figur ein kleines Geheimnis, dazu will ich aber nicht mehr sagen. Jedenfalls macht Diego seine Sache sehr ordentlich und ergänzt sich gut mit Felicity Jones.

  • Alan Tudyk (Trumbo) als K-2S0

Ein umprogrammierter imperialer Droide, der für den einen oder anderen großartigen Humor sorgt. Die Filmemacher haben es aber auch geschafft, ihn mit Menschlichkeit auszustatten und das ist doch sehr gelungen. Es macht Spaß ihn zu erleben, aber im Gesamten kommt er definitiv nicht an einen BB-8 aus Das Erwachen der Macht heran.

  • Donnie Yen (Ip Man 3) als Chirrut Imwe

Eigentlich keine Überraschung, dass bei dem wachsenden Kinomarkt in Asien und speziell in China ein asiatischer Schauspieler mit dabei ist. Die Figur, die Donnie Yen verkörpert, ist ein blinder Krieger der an die Macht glaubt aber kein Jedi-Ritter ist. Trotz der Blindheit kann er im Nahkampf gut austeilen und Donnie macht seine Sache sehenswert, hat mir gut gefallen.

  • Ben Mendelsohn (Bloodline) als Direktor Orson Krennic

Vielleicht die einfachstrukturierteste Figur im gesamten Cast. Ein imperialer Direktor, der versucht mit dem Bau des Todessterns sein Ansehen zu steigern, vielleicht ist er am Ende aber doch nur eine austauschbare Bauernfigur vom Imperator? Mendelsohn mit einer soliden Leistung in Anbetracht der Tatsache, dass er nicht allzu viel zu tun hat.

  • Weitere Charaktere

Mads Mikkelsen (Doctor Strange) verkörpert den Vater von Jyn, Galen Erso. Eine Figur, die gezwungen wird für das Imperium zu arbeiten und der etwas mit dem Bau des Todessterns zu tun hat.

Forest Whitaker (Arrival) als Saw Gerrera, ein früherer Mentor von Jyn und jetzt eine Art Warlord. Kleine Nebenrolle, guter Auftritt von ihm.

Riz Ahmed (Jason Bourne) als Bodhi Rook mit dabei, einem Piloten. Jiang Wenig (Rotes Kornfeld) als Baze Malbus, ein Waffennarr und Aufpasser von Imwe. Genevieve O’Reilly (Survivor) als Mom Mothma und auch Jimmy Smits (Episode III – Die Rache der Sith) ist wieder al Bail Organa zu sehen.

Dazu kommt die Stimme von James Earl Jones, der im Original dem Oberschurken Darth Vader die Stimme verleiht. Nein, das ist kein Spoiler – Vader ist schon im Trailer zu sehen.

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK
Anschnallen, Staunen, Genießen. Was Gareth Edwards an die IMAX-Leinwand zaubert ist einfach nur bombastisch. Kristallklare Optik, Action vom Allerfeinsten und keine Ahnung was noch alles eingebaut wurde. Der Todesstern, den wir eigentlich schon oft gesehen haben, wurde aus neuen Kameraperspektiven spektakulär eingefangen. Das gleiche gilt für die imperiale Sternenflotte und die X-Wing Fighter. Man kann sich kaum sattsehen an der gelungenen, grandiosen, actionreichen Optik – so etwas habe ich bis jetzt noch sehr selten auf der großen Leinwand gesehen.

Das führt uns zum nächsten Punkt, der Kamera. Bei Dialogen ist sie ruhig gehalten und fängt die Szenen auf nah und halb nah ein. Bei den Actionsequenzen zeigt sie sich dynamisch, ohne allerdings zu hektisch zu werden. Wir bekommen auch neue Planeten und deren weitläufige Gebiete zu sehen, immer grandios und bombastisch eingefangen von der Kamera. Mich würde es nicht wundern, wenn Rogue One eine Oscarnominierung bekommt.

Die Musik stammt von Michael Giacchino (Doctor Strange) und ist der gewohnt grandiose orchestrale Soundtrack. Es ist vielleicht etwas ungewohnt, einen Soundtrack ohne Beteiligung von John Williams zu hören. Aber die Atmosphäre ist trotzdem gelungen und ein paar Melodien von der Originaltrilogie sind auch zu hören.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Overall
8
Science Fiction
9
QUELLEderplapperblog
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