NOCTURNAL ANIMALS

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Es ist der neue Film von Tom Ford. Ein Thriller mit Starbesetzung über eine Frau, die ein Manuskript von ihrem Ex-Mann geschickt bekommt und beim Lesen an ihre Vergangenheit denken muss. In dieser Kritik geht es um Nocturnal Animals.

 

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Originaltitel: Nocturnal Animals

Regie: Tom Ford

Drehbuch: Tom Ford

Produktion: Tom Ford und Robert Salerno

Kamera: Seamus McGarvey

Musik: Abel Korzeniowski

 

HANDLUNG
Erzählt wird die Geschichte von Susan Morrow (Amy Adams), unglücklich verheiratet mit einem Arzt (Armie Hammer), der ständig auf Geschäftsreise in New York weilt. Eines Tages bekommt sie ein besonderes Paket zugeschickt, ein Manuskript von einem Roman mit dem Titel „Nocturnal Animals“. Das Paket ist von ihrem Ex-Mann Edward Sheffield (Jake Gyllenhaal) und sie möge es doch bitte lesen. Sie liest eine Geschichte über eine Person namens Tony Hastings (ebenfalls Jake Gyllenhaal), der mit seiner Familie in den Urlaub fahren möchte, doch seine Frau und Kind werden auf einer einsamen Landstraße entführt. Gemeinsam mit dem texanischen Sherriff Bobby Andes (Michael Shannon) will Tony dieses Verbrechen aufklären.

Während Susan in diesem Roman liest, versinkt sie immer tiefer in das Buch und denkt gleichzeitig an ihr früheres Leben. Gibt es Parallelen zwischen der fiktiven Geschichte und ihrer Vergangenheit?

DREHBUCH UND STORY
Nocturnal Animals ist der zweite Film von Regisseur Tom Ford (A Single Man), der auch Modedesigner ist und er fiel sehr speziell aus.

Der Film beginnt damit die Hauptfigur Susan Morrow einzuführen und ihre derzeitige Situation. Wir bekommen mit wie unglücklich sie ist und sie kann in der Nacht kaum schlafen. Als der Charakter nach circa 20-25 Minuten zu lesen beginnt, entsteht eine Geschichte innerhalb der Geschichte und wir bekommen das präsentiert was die Hauptfigur in jenem Moment liest. Kinobesucher müssen ab diesem Zeitpunkt etwas aufpassen um der Handlung zu folgen, denn immer wieder wechselt das Geschehen von der Jetzt-Zeit zur fiktiven Geschichte und wieder zurück – teilweise innerhalb von Sekunden. Später kommt noch eine dritter Erzählstrang dazu und dann wird es fast schon kompliziert.

Diese Erzählstruktur ist definitiv nicht jedermanns Geschmack, es passt aber sehr gut und ich bin dennoch der Meinung, dass die Handlung gut zu verfolgen ist. Die fiktive Geschichte rund um die tragischen Umstände der Familie und den Sheriff ist dabei sehr stark umgesetzt, die den Kinobesucher auch sehr emotional abholen und mitnehmen.  Die anderen beiden Erzählstränge sind dabei eher durchschnittlich ausgefallen und bieten nicht so starke Dialoge und Momente. Dennoch werden uns unvorhersehbare Wendungen, mögliche Parallelen zur realen Geschichte der Hauptfigur und tolle Charaktere geboten. Nach der letzten Szene im Film sorgt Tom Ford mit einem offenen Ende dafür, dass Kinobesucher im Kinosaal noch ein wenig länger sitzenbleiben und darüber diskutieren. Dieser bleibt zudem auch noch lange nach Verlassen des Saales im Kopf hängen und es darf munter interpretiert werden, wie das Ende zu verstehen ist. Nach langem Nachdenken muss ich zugeben, dass ich in Summe zufrieden mit Nocturnal Animals bin.

DER CAST
Ein bekannter und stark aufspielender Cast mit einigen Schwächen.

  • Amy Adams (Arrival) als Susan Morrow
    Habe lange überlegt, wie ich ihre Leistung bewerten soll. Letztendlich empfand ich ihre Figur als etwas zu einfach, weil sie eigentlich fast den gesamten Film lang nur in das Buch starrt. Die Dialoge, die sie mit ihrem jetzigen Mann und Ex-Mann hat, sind auch nicht sehr tiefgründig. Amy Adams holt noch viel aus der Figur heraus, aber hier wurde das Talent von ihr ein wenig verschenkt.
  • Jake Gyllenhaal (Nightcrawler) als Edward Sheffield / Tony Hastings
    Eine Doppelrolle von ihm und seine Leistung könnte unterschiedlicher nicht sein. Die starke Performance als Tony Hastings in der fiktiven Geschichte, mit einer glaubhaften und emotionalen Darbietung die den Kinobesucher zum Mitfühlen anregen. Seine Performance als Edward Sheffield ist dagegen einfach ausgefallen und ich kann die Liebe zwischen ihm und der Figur von Amy Adams nicht so recht glauben. In Summe fand ich seine Darbietung aber gelungen.
  • Michael Shannon (Midnight Special) als Bobby Andes
    Für mich die beste Performance vom gesamten Cast, glaubwürdig und mit einem texanischen Dialekt verkörpert er den Sheriff in der fiktiven Geschichte. Ein Sheriff, der auf der Suche nach Gerechtigkeit auch gern einmal ein Auge zudrückt und nicht ganz legale Mitteln einsetzt. Hauptsache derjenige bekommt seine gerechte Strafe. Michael Shannon ist ein unglaublich starker Charaktermime und seine Leistung hat mir sehr gut gefallen.
  • Aaron Taylor-Johnson (Avengers – Age Of Ultron) als Ray Marcus
    Aaron ist vielen von euch vielleicht aus Kick Ass bekannt oder eben aus dem Marvel Cinematic Universe. In Nocturnal Animals verkörpert er einen Texaner, der am ersten Blick nur helfen will aber letztendlich ein ziemlicher Fiesling ist. So fies, dass du dich sogar als Schauer von ihm fürchtest. Eine ausgesprochen grandiose Leistung auch von ihm, neben Michael Shannon das Highlight in dieser Kategorie.
  • Weitere Charaktere
    Isla Fischer (Die Unfassbaren) als Laura Hastings, eine Figur in der fiktiven Geschichte. Eine solide Leistung von ihr, auch wenn sie nur wenig Screentime hat.

    Eine Mini-Rolle hat auch Armie Hammer (Codename U.N.C.L.E.) bekommen, er spielt den Ehemann Hutton Morrow und hat sehr wenig zu tun. Ich würde es sogar als überlangen Cameo-Auftritt bezeichnen.

    Weitere Rollen konnten Laura Linney (Sully) als Anne Sutton, Michael Sheen (Kill The Messenger) als Carlos und Andrea Riseborough (Birdman) als Alessia ergattern.

 

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK
Die optische Umsetzung hat mir äußerst gut gefallen, vor allem die verschiedenen Settings in der realen und fiktiven Welt. In der Jetztzeit wurden viele dunkle und kühle Einstellungen verwendet. Die Umsetzung der erfundenen Geschichte ist eine sandige und staubige Wüstenlandschaft. Der Wechsel zwischen den Welten war gut umgesetzt und empfand ich als stimmig. Digitale Effekte sind mir keine aufgefallen.

Die Kamera ist sehr nah gewählt, immer wieder sind die Darsteller nur mit dem Kopf zu sehen um ihre Gedanken und ihre Mimik einzufangen. Es gibt kaum weitläufigen Gebiete, die aus Vogelperspektiven eingefangen werden.

Der Soundtrack von Abel Korzeniowski (Penny Dreadful) passt perfekt zur Geschichte. Nachdenklich, verstörende Klavierklänge – einfach schön zum Anhören. Ich würde es eine Mischung aus orchestralen Sound und Soundelementen nennen.

EURE MEINUNG
Das war meine Kritik zu Nocturnal Animals. Sobald ihr den Film gesehen habt, würde mich eure Meinung interessieren. Werdet ihr euch den Film anschauen? Wie steht ihr zu Darstellern wie Amy Adams, Michael Shannon oder Jake Gyllenhaal? Schreibt mir Kommentare oder kontaktiert mich auf Twitter und Facebook. Bis zur nächsten Review.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Thriller Genre
7,5
Overall
7
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