LOGAN – The Wolverine

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Noch ein letztes Mal Hugh Jackman in seiner Paraderolle als Wolverine alias Logan erleben. Ein würdiges Ende, ein Film den sich nicht nur Fans verdient haben, sondern auch Hugh Jackman selbst. Diese Superheldenverfilmung fühlt sich wie ein Drama an, in dieser Kritik geht es um Logan – The Wolverine.

 

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Originaltitel: Logan

Regie: James Mangold

Drehbuch: James Mangold, Michael Green, Scott Frank und David James Kelly.

Produktion: Simon Kindberg, Lauren Shuler Donner und Hutch Parker

Kamera: John Mathieson

Musik: Marco Beltrami

 

HANDLUNG

Ein letztes Mal wird die Geschichte von Logan alias Wolverine (Hugh Jackman) erzählt, der im Jahre 2029 in Texas an der mexikanischen Grenze im Exil wohnt. Er kümmert sich um den an Alzheimer erkrankten Charles Xavier (Patrick Stewart) und auch der Mutant Caliban (Stephan Merchant) wohnt in dem Areal. Die Population der Mutanten ist stark rückgängig, Logan ist sichtlich gezeichnet von seinem langen Leben und seine Heilungskräfte sind auch nicht mehr das was sie einmal waren. Eines Tages trifft er auf ein Mädchen namens Laura Kinney alias X-23 (Dafne Keen), die ebenfalls spezielle Kräfte hat die jenen von Logan sehr ähnlich sind. Zuerst ziert er sich ihr zur Helfen, doch als eine zwielichtige Firma einen Spezialtrupp auf das Grundstück von Logan schickt um X-23 zu holen, beschützt er sie und versucht sie in Sicherheit zu bringen.

 

DREHBUCH UND STORY

Regisseur James Mangold (Knight and Day) hat bereits Wolverine – Wege des Kriegers inszeniert, der zugegeben nicht sehr gut geworden ist. Er bekam aber trotzdem die Chance, den dritten Solo-Auftritt von dem beliebten Mutanten zu drehen und er nutze diese mit Bravour.

Von den ersten Minuten weg wird klar, dass dieser Wolverine-Film anders wird. Er fällt viel ruhiger aus, obwohl gleich zu Beginn eine Actionszene zu sehen ist. Mangold inszenierte den Film wie ein düsteres Drama mit Superheldenbeteiligung und zieht diese Linie konsequent durch. Der Fokus liegt auf die Charaktere, vor allem auf Logan. Ein gezeichneter Mann, seine Heilungskräfte schwinden von Tag zu Tag und er kümmert sich um den alzheimerkranken Charles Xavier. Die Chemie zwischen den beiden Darstellern Stewart und Jackman funktioniert einwandfrei und sorgt auch für glaubwürdige und grandiose Dialoge – inklusive einiger Querverweise auf die X-Men-Filme. Etwas später gesellt sich noch die junge Dafne Keen dazu, die den weiblichen Klon X-23 spielt und auch das Dreiergespann funktioniert hervorragend.

Apropos X-23, denn als diese in Erscheinung tritt mutiert der Film zu einer Art Roadmovie. Die drei Hauptprotagonisten fahren quer durch die USA um zu einem bestimmten Ort zu kommen. Gejagt werden sie von einer Spezialeinheit einer ominösen Firma, die Experimente an Kindern durchführt. Mit dieser Firma ist auch die Vorgeschichte von Laura Kinney – so heißt X-23 – verbunden. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten, der Film und die Inszenierung lebt von seiner Spannung und vorhersehbar ist er auch nicht.

Das Ende ist sehr genial und bietet noch ein letztes Mal Wolverine-Action vom Allerfeinsten. Diese ist an einer Hand aufzählbar und kommt fast nur sporadisch vor, dazu später mehr. In Summe eine toll erzählte Geschichte über Familie, Freundschaft und Zusammenhalt, die unter die Haut geht und einem nachdenklich in den Kinosessel zurückfallen lässt.

 

DER CAST

Zwei Hauptdarsteller, die ihren würdigen Abschied bekommen und eine Jungdarstellerin, die den Beiden fast die Show stiehlt.

  • Vorstellung: Dafne Keen als Laura Kinney alias X-23

Der erste große Auftritt der 12-jährigen Dafne fällt großartig aus. Mit ihrer Art, ihren Blicken und generell ihrer Performance ist sie das große Highlight des Filmes. X-23 ist ein weiblicher Mutantenklon, der aus der DNA von Logan entstanden ist. Somit hat sie auch Selbstheilungskräfte und Adamantiumklingen – allerdings nur zwei, dafür aber auch aus ihren Füßen. Sie ist unheimlich brutal, flink und athletisch. Daher sind die Actionszenen mit ihr auch hervorragend durchchoreografiert. Dafne Keen – diesen Namen sollten wir uns merken.

  • Hugh Jackman (Eddie the Eagle) als Logan alias Wolverine

Wieder einmal ein großartiger Auftritt von Hugh Jackman in seiner Paraderolle. Seit 17 Jahren verkörpert er den Mutanten und in jedem Film zeigte er eine tolle Leistung. Auch hier, wo er der Figur noch einmal mehr Tiefe verleiht. Logan ist zerbrechlich, die Heilungskräfte schwinden und er spürt das. Wir Zuschauer können so noch mehr mit ihm mitfühlen und die Verbindung zur Figur ist sofort da – auch für Neulinge. Die Actionszenen sind wieder genial, durch das R-Rating fühlt es sich aber noch cooler und brutaler an als sonst. Somit ein würdiger Abgang von Hugh Jackman.

  • Patrick Stewart (Green Room) als Charles Xavier

Charles Xavier wird langsam alt und ist an Alzheimer erkrankt. Er spricht teilweise wirres Zeug und wenn er seine Medizin nicht nimmt, kann er seine Kräfte nicht kontrollieren und das will in der Umgebung keiner. Er ist nicht mehr der weise, klugsprechende Mensch, sondern ein Schatten seiner selbst. Patrick Stewart spielt wieder großartig auf und auch seine Performance ist sehr tiefgründig. Auch für ihn ist es ein würdiger Abschied.

  • Weitere Charaktere

Auf der Antagonisten-Seite erleben wir Boyd Holbrook (Narcos) als Donald Pierce, der Jagd auf die Dreiergruppe macht. Ein wenig austauschbar aber dennoch eine solide Performance. Genauso wie Richard E. Grant (Die eiserne Lady) als Dr. Zander Rice, der Leiter der besagten Firma.

Stephen Merchant (Das hält kein Jahr…!) verkörpert den Mutanten Caliban, der andere Mutanten aufspüren kann. Seine Rolle fällt nicht sehr groß aus, aber dennoch war sie sehr ansprechend und gut gespielt.

 

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Der gefühlt erste X-Men-Filme, der kaum Greenscreentechnik verwendet. Die Action ist handgemacht und die Wunden und Narben schauen sehr echt aus. Generell fühlt es sich vom technischen Aspekt her wie ein Drama an, was sich auch im Szenenbild wiederspiegelt. Die Action ist nicht sehr oft zu sehen, dafür aber sehr brutal und heftig. Szenen wo die Krallen von Wolverine auf der anderen Seite von Körperteilen wieder sichtbar rauskommen und abgetrennte Köpfe sind an der Tagesordnung.

Das Szenenbild ist düster, depressiv, viele Wüstenbilder die an eine postapokalyptische Welt und an einen Western erinnern. Wir sehen aber auch Szenen in einem Hotel, wo es etwas freundlicher ausschaut und am Ende in einem Waldgebiet. Die Kamera ist dabei sehr ruhig ausgefallen, selten für einen Superheldenfilm. In den Actionsequenzen wirkt sie hektischer, als Schauer hat man aber immer einen guten Überblick.

Die Musik passt zur düsteren Welt. Mit nachdenklichen Klängen werden Emotionen beim Zuschauer erzeugt, dass die Bindung zu den Charakteren noch intensiver wird. Der Sound hat mir sehr gut gefallen.

 

Mit dieser Kritik verabschiede ich mich in meinen zwei wöchigen Urlaub. Neue Beiträge von mir könnt ihr dann wieder in etwa Ende März lesen.

 

Bild: ©20th Century Fox

 

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Superheldenfilm/Drama
10
Overall
10
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